Deutschland
Die Professur Fördertechnik an der TU Chemnitz beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung, Herstellung und Dimensionierung textiler Zug-und Tragmittel. Um Reibungen und Verschleiß an den Fördersystemen realistischer simulieren zu können setzt das Institut für Fördertechnik und Kunststoffe zukünftig ein servohydraulisches Prüfsystem von ZwickRoell ein.
Das multiaxiale servohydraulische Prüfsystem ist für die vorwiegend dynamische Belastung von Bauteilen, Baugruppen und Zugmitteln der Fördertechnik konzipiert. Ziel ist hierbei, die Simulation von belastungsrelevanten Spannungszuständen und die Ermittlung von Werkstoffkenngrößen und deren Temperatur– und Feuchteabhängigkeit.
Eine Anforderung des Instituts war, dass durch den konstruktiven Aufbau und die Auswahl der Einzelkomponenten ein vielfältiger Einsatz des Prüfsystems ermöglicht wird und verschiedenste Werkstoffe wie Kunststoffe, Verbundwerkstoffe aber auch Metall‐Kunststoffverbunde, Holzwerkstoffe bzw. Hochleistungsfaserseile sowie Förderketten geprüft werden können. Weiter sollte das Prüfsystem sowohl für statische und dynamische, als auch für horizontale und vertikale Belastungen eingesetzt werden. Neben Prüfungen unter Raumtemperatur sollen auch Prüfungen unter verschiedenen Umgebungsbedingungen möglich sein.
Die ZwickRoell Lösung, eine servohydraulische Prüfmaschine HBT100 ist mit einem kombiniertem Axial- und Torsionsantrieb (100 kN/1000 Nm) und einem 4-Säulenrahmen mit T-Nutenaufspannplatte ausgestattet. Ein zusätzlicher Axialzylinder mit Fmax 10 kN. Hydraulische Probenhalter Fmax 100 kN und mechanische Probenhalter Fmax 100 kN zum Einsatz in einer Klimakammer, machen dieses Prüfsystem zu einer servohydraulischen „Universalprüfmaschine“. Das System wird mit einem Luftkonditioniergerät inkl. Klimakammer geliefert, um unterschiedlichste Umgebungsbedingungen zu simulieren.
Die hydraulische Höhenverstellung des Querhauptes ermöglicht eine Arbeitsraumhöhe von bis zu 2,5 m. Dadurch können auch große und komplette Bauteile mit dem Prüfsystem getestet werden. Eine zusätzliche Hebeeinrichtung erleichtert weiter das Einbringen von Werkzeugen in den Prüfraum.
Die Steuerung erfolgt über die Regelelektronik Control Cube. Er lässt sich individuell an komplexe und mehrachsige Prüfaufgaben anpassen und eignet sich mit der Prüfsoftware Cubus ideal für Nachfahrversuche, Rampen-Tests und Blockprogramme.