Von Parkettböden hin zu strukturellen Holzbauteilen für den Fahrzeugbau

Die Firma Weitzer Parkett ist ein familiengeführtes Traditionsunternehmen mit den Kernkompetenzen in der Herstellung von qualitativ hochwertigen Parkettböden und deren Oberflächenveredelung. Aufgrund der Globalisierung und dem sehr harten Preiskampf hat sich Weitzer Parkett für den Aufbau weiterer wirtschaftlicher Standbeine, und gegen den Trend der Auslagerung der Produktionsstandorte in Niedriglohnländer, entschieden.

Um diese Entwicklungsprojekte auf einer wissenschaftlich basierten Herangehensweise voranzutreiben hat sich das Unternehmen für die Anschaffung einer Universalprüfmaschine der Firma ZwickRoell entschieden. Am Standort in Weiz wird die ProLine 10 kN seither für die Auslegung verschiedenster Holzverbundbauteile und die technische Analyse der Wirksamkeit von Holzmodifikationen verwendet. Durch die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der ProLine ist die Prüfmaschine für die unterschiedlichen Anwendungen bei Weitzer Parkett ideal. Alle bisherigen und auch zukünftige Prüfanforderungen können mit der ProLine problemlos abdeckt werden.

Durch die Beteiligung am Projekt WoodC.A.R. möchte sich Weitzer Parkett den hohen Anforderungen der Automobilindustrie stellen und sich als Zulieferer von strukturellen Holzbauteilen für den Fahrzeugbau qualifizieren. Eine der wesentlichen Anforderungen an einen Werkstoff, um in der Automobilbranche Anklang zu finden, ist die Möglichkeit mittels FEM-Methoden Unfälle und Extremsituationen zu simulieren. Aufgrund der Inhomogenität und Anisotropie des Werkstoffes Holz, wurden solche Methoden bei der klassischen Anwendung bisher nicht in Erwägung gezogen und es scheitert bereits an der Verfügbarkeit von Materialkennwerten. Um die Homogenität zu steigern, werden durch die Entwicklung spezieller Faser- und Schichtverbundwerkestoffe Irregularitäten wie Äste, Harzgallen und andere „Holzmerkmale“ gleichmäßig über das Bauteil verteilt und diese somit statistisch berechenbar.

Mit der ProLine ist es Weitzer Parkett nun möglich innerhalb des Forschungsprojektes in unterschiedlichen Versuchsaufbauten wie 3-/4-Punkt-Biegeversuch, Zug- Druckversuch, Scherprüfung, usw. die Materialkennwerte der einzelnen Bestandteile aber auch der neuen Gesamtaufbauten zu bestimmen. Mit den ermittelten Kennwerten können neue Schichtverbundwerkstoffe und gesamte Bauteile entwickelt und im Realversuch die Simulation überprüft werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in weitere Folge auf die Serienproduktion umgelegt und in die Qualitätssicherungspläne übernommen.

Für das Standardsortiment konnte mit Hilfe der ProLine zum Beispiel ein spezieller Versuchsaufbau entwickelt werden, um neben der Pfeilhöhe nun auch die entstandene Verzugskraft zu messen. Daraus resultierend ist es Weitzer Parkett nun möglich sehr präzise den Einfluss minimaler Veränderungen im Aufbau und in der Produktionstechnologie zu messen und für die laufende Weiterentwicklung und Optimierung zu nutzen.

Neben diesen sehr wissenschaftlichen Anwendungsfällen in diversen Forschungsprojekten hat die ProLine bereits Anwendung in der Qualitätskontrolle der laufenden Produktion und der Wareneingangskontrolle gefunden:

  • Zugfestigkeit senkrecht zur Plattenebene DIN EN 319
  • Zugscherprüfung ÖNORM EN 302-1
  • Eindruckwiderstand ÖNORM EN 1534

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