Fallgewichtsversuch nach DIN EN 10274 und API 5L

Der Fallgewichtsversuch nach DIN EN 10274 und API 5L ist ein mechanischer Versuch an Metallen, bei dem ein definiertes Gewicht aus einer definierten Höhe auf eine Probe fällt.

Im Anschluss an den Fallgewichtsversuch wird das Aussehen der Bruchflächen bewertet. Hierbei werden visuell die Anteile der Verformungsbruchfläche und Sprödbruchfläche der Metall-Probe ermittelt. Die Auswertung kann auch auf der von der Metall-Probe verbrauchten Schlagarbeit basieren.
Highspeed-Aufnahme eines Fallgewichtsversuchs an einer Metallprobe, durchgeführt mit einem Großfallwerk

Fallgewichtsversuch nach DIN EN 10274 und API 5L

Die DIN EN 10274 „Fallgewichtsversuch“ und die „Recommended practice 5L3“ des „American Petroleum Institute“ (API) beschreiben Prüfverfahren, bei denen sogenannte Großfallwerke eingesetzt werden. Während die EN 10274 die generelle Versuchsdurchführung beschreibt, handelt es sich bei der API um eine Produktnorm für Pipeline-Rohre.

Die Prüfung wird im allgemeinen an Proben vorgenommen, die aus Blechen zur Herstellung von Rohren oder die von Rohren mit einem Außendurchmesser größer als 300 mm und mit einer Wanddicke über 6 mm entnommen worden sind. Bei der Prüfung wird eine Probe mit einem kalteingepressten Kerb zerschlagen, die an beiden Enden gelagert ist, wobei die Schlageinwirkung gegenüber dem Kerb erfolgt. Der Aufbau gleicht dem Dreipunkt-Biegeversuch mit schlagartiger Beanspruchung der Probe. Die Energie – Gewicht und Ausklinkhöhe – wird so eingestellt, dass die Probe bricht und so die Bruchfläche visuell beurteilt werden kann.

In der API ist zusätzlich eine gefräste „Chevron“-Kerbe beschrieben, die vornehmlich bei höherfestigem Material eingesetzt wird. Die beiden o.g. Normen weichen hier voneinander ab, weil maschinell hergestellte Kerben lt. DIN EN 10274 nicht zulässig sind.

Die Prüfung wird bei einer vorgegebenen Temperatur durchgeführt.
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