Vickers Prüfung nach ISO 6507 / ASTM E 384

Das Härteprüfverfahren nach Vickers eignet sich für die Prüfung aller Metalle und ist somit das Verfahren mit dem breitesten Anwendungsbereich.

Der Eindringkörper beim Prüfverfahren nach Vickers besteht aus einer diamantenen Pyramide mit quadratischer Grundfläche und einem Flächenwinkel von α = 136°. Dieser wird mit einer Prüfkraft (nach Norm ab 10 g) auf den Prüfling aufgebracht und gemäß der Haltezeit gehalten.

Die Längen beider Diagonalen des bleibenden Prüfeindrucks werden optisch gemessen. Die Vickers-Härte berechnet sich nun aus dem Durchschnitt der Diagonalen und der angewendeten Prüfkraft.

Vickershärteprüfung als Grafik

Vorteile Vickers

  • Nahezu keine Begrenzung der Anwendung des Verfahrens durch die Härte der Probe.
  • Prüfung dünner Bleche, kleiner Proben oder Prüfflächen, dünnwandiger Rohre, dünner Härte- und Galvanikschichten möglich.
  • Unabhängigkeit des Härtewertes von der Prüfkraft im Makrobereich (Prüfkräfte > 49,03 N).
  • Keine Fehlmessung bei einer begrenzten Nachgiebigkeit der Probe in Wirkrichtung der Prüfkraft.

Nachteile Vickers

  • Hoher Aufwand zum Erzielen einer ausreichenden Oberflächengüte.
  • Zeitaufwand für das Messen der Diagonallängen.
  • Empfindlichkeit des Diamant-Eindringkörpers gegen Beschädigungen.
  • Anfälligkeit gegen Erschütterungen, insbesondere im Mikrobereich.
  • Bedienereinfluss auf den Härtewert.
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