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Härteprüfung

Als Begriffsbestimmung der Härteprüfung schlug Martens um 1900 vor: „Härte ist der Widerstand, den ein Körper dem Eindringen eines anderen (härteren) Körpers entgegensetzt.“ Diese ebenso einfache wie anschauliche Definition hat sich im technischen Bereich durchgesetzt und wurde bis heute beibehalten. Die technische Härte ist eine mechanische Kenngröße zur Beschreibung eines Werkstoffes oder eines Werkstoffzustandes.

Die Härte kann nicht direkt gemessen werden, sondern wird aus primären Messgrößen (zum Beispiel Prüfkraft, Eindringtiefe, Eindruckfläche) abgeleitet. Je nach Härteprüfverfahren wird der Härtewert bestimmt:

  • aus der Prüfkraft und einer den Härteeindruck kennzeichnenden geometrischen Größe (zum Beispiel Eindringtiefe)
  • allein durch eine den Härteeindruck charakterisierende Länge
  • durch eine andere Werkstoffantwort (z. B. Ritzbarkeit)

Härtewerte lassen sich vergleichen, wenn sie durch das gleiche Prüfverfahren mit identischen Prüfparametern ermittelt wurden

Ein eindeutiger Härtewert lässt sich nur durch folgende Kriterien charakterisieren: Definition des Härtewertes, Geometrie und Werkstoff des Eindringkörpers Größe und Einwirkdauer der Prüfkraft sowie die Art ihrer Aufbringung, Beschaffenheit und Oberflächengüte der Probe

Bei der Auswahl eines Härteprüfverfahrens dominieren insbesondere:

  • Wirtschaftlichkeit
  • Aufwand der Probenvorbereitung
  • Verfügbarkeit von Maschinen und Geräten
  • Normative Vorgaben

Weitere Faktoren:

  • Werkstoff und Härte der Probe
  • Form, Abmessungen und Gewicht
  • Zugänglichkeit der Probe
  • Aufgabenstellung (z. B. Serien- oder Härteverlaufsprüfung)
  • Zulässige Messunsicherheit

Verfahren der Härteprüfung

Bei Metallen werden hauptsächlich Verfahren mit statischer Krafteinwirkung eingesetzt. Ein Eindringkörper (Kugel, Kegel, Pyramide) aus Hartmetall oder Diamant wird senkrecht in die Oberfläche der Probe eingedrückt, die auf einer festen Unterlage ruht. Die Prüfkraft wird stoßfrei mit definierter Aufbring- und Einwirkzeit aufgebracht. Bei vielen Prüfverfahren wird der Eindruck nach Entlastung vermessen. Die Längenmesswerte (Eindringtiefe, Diagonale, Durchmesser) und die Prüfkraft werden für die Berechnung des Härtewertes herangezogen.

In der Praxis werden die Härteprüfverfahren nach Rockwell, Brinell ,Vickers und Knoop eingesetzt. Das moderne Verfahren der instrumentierten Eindringprüfung (Martens-Härte) gewinnt immer mehr Stellenwert. Vor allem in der Forschung und Entwicklung sowie im industriellen Einsatz wird dieses Verfahren immer öfter eingesetzt, da es neben dem Härtewert auch andere Parameter zur Bestimmung von Materialeigenschaften zur Verfügung stellt. Zudem ist dieses Verfahren unabhängig vom Werkstoff einsetzbar.

Verfahren mit dynamischer Krafteinwirkung werden insbesondere bei Härteprüfungen an großen Bauteilen mittels mobiler Geräte eingesetzt.

Härteprüfverfahren

Vickers Prüfung nach ISO 6507

Vickers Prüfung ISO 6507

Härteprüfung nach Vickers, ISO 6507, ASTM E92, ASTM E384
zu Vickers Prüfung ISO 6507
Rockwell Prüfung ISO 6508

Rockwell Prüfung ISO 6508

Härteprüfung Metall: Tiefenmessverfahren, ISO 6508, ASTM E18
zu Rockwell Prüfung ISO 6508
Härteprüfung nach Brinell, ISO 6506, ASTM E10

Brinell Prüfung ISO 6506

Härteprüfung nach Brinell, ISO 6506, ASTM E10
zu Brinell Prüfung ISO 6506

Instrumentierte Eindringprüfung ISO 14577

Die Instrumentierte Eindringprüfung nach ISO 14577 erlaubt eine umfassende Beschreibung mechanischer Werkstoffeigenschaften.
zu Instrumentierte Eindringprüfung ISO 14577
Nanoindentation

Nanoindentation

Nanoindentation ist die umfassende mechanische Charakterisierung dünner Schichten oder kleiner Oberflächenbereiche mit der notwendigen Kraft- und Wegauflösung.
zu Nanoindentation

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