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DIN 50125: Prüfung metallischer Werkstoffe – Zugproben

Die DIN 50125 definiert Proben für Zugversuche an metallischen Werkstoffen, die die Anforderungen der DIN EN ISO 6892-1 erfüllen. Die DIN 50125 dient dazu, die allgemein gehaltenen Anforderungen der DIN EN ISO 6892-1 so zu ergänzen, dass vollständige Vorgaben für die Herstellung von Zugproben in Werkstätten vorliegen. Dennoch sind die in Tabellen gelisteten Probenabmessungen nur Beispiele, die den Anforderungen der DIN EN ISO 6892-1 genügen. 
 

Herstellung von Zugproben nach DIN 50125

Besteht in der Praxis die Notwendigkeit von den gelisteten und sehr gebräuchlichen Probenabmessungen abzuweichen, dann sind in der DIN 50125 die Rahmenbedingungen für diese nicht gelisteten Probengeometrien genau beschrieben. Damit werden dann auch werkstattgerechte Vermaßungsregeln gegeben, die wiederum die Herstellung von DIN EN ISO 6892-1 konformen Zugproben erlauben. 

Notwendigkeiten, von den gelisteten und sehr gebräuchlichen Probenabmessungen abzuweichen, können dadurch entstehen, dass auf spezielle Werkstoffeigenschaften oder auf den Prüfaufbau und damit auf Herstellerangaben für Prüfmaschinen und Probenhalter Rücksicht genommen werden muss. 

Ein Beispiel sind Gewindeproben aus höherfesten Werkstoffen. Obwohl die Einsätze der Probenhalter gehärtet oder mit harten Schichten versehen werden, kann der im Zugversuch auftretende Flächendruck auf Oberflächen, die bei der Belastung in Kontakt stehen, so groß werden, dass Beschädigungen oder erhöhter Verschleiß auftreten. Beschädigungen können hierbei sowohl auf der Probenhalterseite wie auch auf der Zugprobenseite auftreten. In solchen Fällen ist es notwendig, die Gewindeköpfe in ihren Maßen entsprechend anzupassen, auch um die korrekte und stabile Ausrichtung der Zugprobe während des gesamten Versuches zu gewährleisten und damit die Prüfergebnisse sicher zu machen. 

Bei Flachprodukten wird in der Regel versucht die Erzeugnisdicke beizubehalten, das heißt eine Bearbeitung der originalen Oberflächen zu vermeiden. Die DIN 50125 gibt dem Anwender und Fertiger der Proben ein einfaches Schaubild an die Hand, in dem der Zusammenhang zwischen Dicke a0, Breite b0 und Anfangsmesslänge L0 von Flachproben mit dem Proportionalitätsfaktor k=5,65 (kurze Proportionalprobe) dargestellt ist. Aus diesem Schaubild kann dann bei zwei vorgegebenen Größen die dritte abgelesen werden. Im Zugversuch wird die Anfangsmesslänge L0 sowie die Längendehnung mit einem Extensometer (optisch oder berührend) gemessen. 

Da im Zuge der Digitalisierung und Nachverfolgung von Proben und deren Prüfergebnissen eine Kennzeichnung der Proben die Regel ist, gibt die DIN 50125 auch hierfür einfache aber doch wichtige Hinweise: Kennzeichnungen dürfen die Prüfergebnisse nicht beeinflussen, müssen die Lesbarkeit auch nach dem Versuch eindeutig sicherstellen und müssen die Probenteile auch nach Probenbruch zweifelsfrei zuordnen können

Grenzabmaße und Beispiele für Zugproben nach DIN 50125

Die Norm DIN 50125 gibt in neun Tabellen Grenzabmaße und Beispiele für Abmessungen von Zugproben. Die Tabellen werden – soweit notwendig – begleitet von technischen Zeichnungen der Zugproben, sodass für die herstellende Werkstatt alle Informationen für die Probenfertigung mit der DIN 50125 vorliegen. 

Tabellen Nr. Bild Nr.  Probenform
Kurzbezeichnung
Probenformbezeichnung
1 - Grenzabmaße und Formtoleranzen für Durchmesser oder
Dicke und Breite der parallelen Länge der Probe
2 1 Form A Rundprobe mit zylindrischen Probenköpfen
3 2 Form B Rundprobe mit Gewindeköpfen
4 3 Form C Rundprobe mit Schulterköpfen
5 4 Form D Rundprobe mit Kegelköpfen
6 5 Form E  Flachprobe mit bearbeiteter paralleler Länge
7 - Form F Rundstangen und Rundstäbe mit unbearbeiteten Erzeugnisabschnitten
8 - Form G  Flachstäbe und Profile mit unbearbeiteten Erzeugnisabschnitten
9 7 Form H nicht proportionale Flachprobe mit bearbeiteter paralleler Länge

 

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