Rockwell Härteprüfung nach ISO 6508 / ASTM E 18

Die Härteprüfverfahren nach Rockwell sind sehr einfach und benötigen nur wenig Zeit in der Durchführung wie auch in der Probenvorbereitung.

Der Eindringkörper dringt zunächst unter der Prüfvorkraft F0 bis zur Eindringtiefe t0 in die Probe ein. Diese Eindringtiefe definiert die Bezugsebene für die weitere Messung. Nachdem die Tiefenmessung genullt ist, wird die Prüfkraft Fm aufgebracht und für die Einwirkdauer konstant gehalten. Der Eindringkörper erreicht dabei die Eindringtiefe t1.

Nach Ablauf der Einwirkdauer wird wieder auf die Prüfvorkraft F0 entlastet. Dabei bewegt sich der Eindringkörper um den elastischen Anteil der Eindringtiefe bis zur bleibenden Eindringtiefe h zurück. Die Rockwell-Härte wird dann entsprechend den verschiedenen Skalen ermittelt.

Rockwell Härteprüfung als Grafik

Vorteile Rockwell

  • Geringer Zeitaufwand für die Durchführung, da der Härtewert nach dem Eindringvorgang direkt ablesbar ist oder angezeigt wird.
  • Möglichkeit der Automatisierung
  • Geringe Anschaffungskosten für das Prüfsystem, da keine optische Messeinrichtung erforderlich ist
  • Kein Bedienereinfluss, da der Härtewert direkt angezeigt wird

Nachteile Rockwell

  • Fehlermöglichkeit während des Prüfvorganges durch bleibende Verlagerung der Probe und anderer im Kraftfluss liegender Bauteile
  • Beschränkte Möglichkeit der Prüfung von randschichtgehärteten Proben infolge großer Prüfkräfte
  • Empfindlichkeit des Diamant-Eindringkörpers gegen Beschädigungen, dadurch Gefahr von Fehlmessungen
  • Schlechte Differenzierung der Härte
  • Einfluss des Eindringkörpers auf das Härteprüfergebnis bei kegelförmigen Eindringkörpern
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