Eine besondere Herausforderung ist das Prüfen dieser gerippten Stähle, weil außer dem Ablängen keine weitere mechanische Probenvorbereitung stattfindet. ZwickRoell hat für Zugversuche an Betonstahl (DIN 488-2, ISO 15630 oder ISO 6892-1) eine Zugprüfmaschine mit einem berührungslosem Extensometer entwickelt. Die Prüfmaschine ist mit hydraulischen Probenhalter ausgestattet, die ein sicheres Halten der verschiedenen Proben garantieren. Besonderer Vorteil hierbei, mit nur einem Paar Backeinsätze können Proben vom Durchmesser 10 bis 50 mm gehalten werden. Das Wechseln der Backen bei unterschiedlichen Probendurchmessern entfällt somit. Dies erhöht nicht nur den Probendurchsatz, sondern spart auch Investitionskosten.
Herzstück der Zugprüfmaschine ist der videoXtens Längeänderungsaufnehmer mit 6 integrierten Kameras. Das System misst die Dehnung bis zum Bruch berührungslos mit Hilfe der hochauflösenden Kameras. Dank der automatischen Rippenerkennung ist auch keine separate Probenmarkierung notwendig. Die 6 Kameras decken einen Messbereich von 680 mm ab, dabei liegt die Anfangsmesslänge L0 bei 50 bis 500 mm. Der videoXtens ist in der Genauigkeitsklasse 1 klassifiziert (nach ISO 9513) und hat eine Auflösung von 0,6 µm. Da mit dem videoXtens bis nach dem Probenbruch die Dehnung gemessen werden kann, ist eine automatische Bestimmung der Bruchdehnung (A) gegeben. Damit entfällt das Markieren und manuelle Vermessen der Probe nach der Prüfung.
Das optionale Test Re-Run-Modul in testXpert III ermöglicht anhand einer Bilderserie, die während eines Versuches aufgezeichnet wurde, die nachträgliche Neukalkulation der Dehnung unter Verwendung einer anderen Ausgangsmesslänge (sofern mehrere Markierungen vorhanden sind). Dies kann von besonderem Vorteil sein, wenn z.B. die Probe außerhalb des anfänglich gesetzten Messbereichs gebrochen ist. Mit der Funktion „Dehnungsverteilung“ kann dies sogar live während der Versuchsdehnung erfolgen. Dies bedeutet, dass die Anfangsmesslänge automatisch an den Bereich mit der höchsten Dehnung verschoben wird. Damit ist sichergestellt, dass der Probenbruch immer innerhalb der Messlänge stattfindet. Dank dieser Funktion kann die Anzahl an „Fehlversuchen“ deutlich reduziert werden, dadurch wird nicht nur Zeit sondern auch Geld (Probenmaterial) gespart.