Bulge-Test nach ISO 16808
Der hydraulische Bulge-Test nach ISO 16808 ist ein Prüfverfahren der Werkstoffprüfung zur Ermittlung von Blechumformeigenschaften.
Beim Bulgeversuch werden biaxiale Spannung/Dehnungs-Kurven mit Hilfe eines hydraulischen Tiefungsversuchs an Metallblechen ermittelt. Hierbei wird eine Blechronde (Probe) komplett zwischen Matrize und Blechhalter eingespannt. Unter der Probe befindet sich eine Kammer mit Öl. Der Ziehstempel drückt das Öl nach oben. Der kontinuierlich steigende Öldruck führt zu einer Wölbung in der Probe. Der Versuch wird durchgeführt bis ein Riss auftritt.
Im Anschluss an den Bulge-Test nach ISO 16808 kann die Fließkurve ermittelt werden. Hierfür werden der Öldruck, der Verlauf der Blechdicke während des Versuchs und die optische Vermessung und Auswertung der Wölbung im Blech ausgewertet.
Der Versuch ist ähnlich dem FLC-Test mit Nakajima Stempel. Der Tiefungsvorgang findet hingegen reibungsfrei statt.
Bulge-Test mit Dehnratenregelung
Für die Durchführung des Bulge-Tests nach DIN EN ISO 16808 ist eine konstante Dehnrate empfohlen. Mit Blechumformprüfmaschinen von ZwickRoell lässt sich die Dehnrate gezielt regeln. Die Funktion steht optional über die Prüfsoftware testXpert zur Verfügung.
In der Praxis wird diese Funktion beispielsweise im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Speira in Bonn (Germany) für die Durchführung von Bulge-Tests eingesetzt.
Der Sollwert wird in der Prüfsoftware testXpert vorgegeben. Während der Prüfung empfängt das Prüfsystem die Werte des externen Kamerasystems ARAMIS von GOM und passt die Stempelgeschwindigkeit entsprechend an. Die Messergebnisse werden sowohl in GOM als auch in testXpert aufgezeichnet.
Für die in DIN EN ISO 16808 empfohlene Durchführung des Bulge-Tests mit konstanter Dehnrate können in der SPS der Blechumformprüfmaschine bis zu zehn Vorgabewerte für die Kolbengeschwindigkeit hinterlegt werden. Damit lässt sich die Geschwindigkeit während des Prüfablaufs gezielt anpassen. Bei speziellen Prüfanforderungen ist darüber hinaus eine Regelung der Kolbengeschwindigkeit über ein Ausgangssignal des eingesetzten DIC-Systems möglich.
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