Horizontale Katheter-Prüfung im Simulated Use
Die horizontale Prüfung von Kathetern und Führungsdrähten ist anspruchsvoll. Im Kontext der ISO 25539- 1 / -2 basiert sie auf dem Prinzip des Simulated Use: Prüfungen müssen reale klinische Bedingungen möglichst genau abbilden. Gleichzeitig existieren zahlreiche Kathetertypen, Einsatzszenarien und Gefäßgeometrien. Der Prüfaufbau muss diese Variabilität abbilden können – ohne an Präzision zu verlieren.
Beispielsweise müssen Katheter, die für minimalinvasive Eingriffe am Herzen eingesetzt werden, durch Gefäßbögen und Verzweigungen geführt werden, bis sie am Eingriffsort sind. Dafür wird der Katheter in kombinierten Bewegungen aus Vorschub, Drehung und Rückzug durch das Gefäßsystem geführt. In der Prüfung wird genau diese Abfolge simuliert, indem der Katheter oder Führungsdraht durch künstliche Gefäßstrukturen mit ähnlichen Bögen und Verzweigungen bewegt werden. Und zwar ebenfalls mit kombinierten Bewegungen wie dem Push & Twizzle (gleichzeitiges Schieben und Drehen). Dabei werden insbesondere Schubkräfte, Reibungsverhalten und Bewegungsübertragung mit hoher Genauigkeit gemessen.
Für aussagekräftige und vergleichbare Prüfergebnisse benötigt es also drei Faktoren: Einen realitätsnahen Ablauf, ein modulares Prüfsystem und eine präzise Messung.
Worauf es in der Praxis ankommt Versuchsdurchführung ISO 25539-1/-2 Prüflösung Einsatzbereiche FAQ's Downloads Beratung anfordern
Das Wichtigste in Kürze
- Aussagekräftige Prüfergebnisse entstehen nur, wenn klinische Abläufe realitätsnah nachgebildet werden (Simulated Use).
- Zentrale Kenngrößen wie Trackability oder Torqueability hängen direkt von Bewegungsabläufen wie push & twizzle ab.
- Ein häufiges Problem: Reibkräfte durch Eigengewicht oder Führung werden mitgemessen und verfälschen die Ergebnisse.
- Ohne modulare Anpassbarkeit lassen sich wechselnde Gefäßgeometrien und Anwendungsszenarien nicht darstellen, da der Prüfaufbau variiert.
- Der Prüfaufbau muss für identische Szenarien reproduzierbar wiederhergestellt werden können, um vergleichbare Ergebnisse zu gewährleisten.
- Reproduzierbarkeit hängt auch von stabilen Randbedingungen ab: definierte Klemmkräfte, präzise Führung, konstante Temperatur und reduzierte Bedienereinflüsse.
Drei entscheidende Faktoren im Prüfalltag - Worauf es in der Praxis ankommt
Realistic: Simulated Use – klinische Abläufe realistisch abbilden
Im Simulated Use werden reale klinische Abläufe im Labor nachgebildet, indem Katheter oder Führungsdrähte durch definierte Gefäßgeometrien bewegt werden. Entscheidend ist nicht nur das lineare Vorschieben, sondern vor allem die Kombination aus Vorschub- und Drehbewegung (Push & Twizzle), die das Verhalten in Gefäßbögen und Verzweigungen aufzeigt. Ohne geeignete Prüfmechanik kann der Prüflinge unkontrolliert Zurückrutschen oder Kräfte werden nicht korrekt übertragen.
Ein realitätsnaher Prüfaufbau umfasst darüber hinaus die horizontale Anordnung in Körperlage, der Aufbau in realer Größenordnung, sowie die Prüfdurchführung in medienbasierten Bedingungen, etwa im Medienbad oder in durchfluteten Schlauchmodellen.
Worauf es in der Praxis ankommt:
- Vorschub- und Rotationsbewegung müssen synchron und reproduzierbar erfolgen (Push & Twizzle).
- Ein Zurückrutschen des Prüflings muss auch bei Kurvendurchgängen sicher verhindert werden.
- Unterschiedliche klinische Szenarien müssen flexibel durch individuell konfigurierbare Prüfstrecken abbildbar sein (Feed Sektionen).
- Der Aufbau sollte realitätsnah dimensioniert sein und horizontal erfolgen, um die Übertragbarkeit in die Praxis zu sichern.
- Materialien und Umgebungsbedingungen müssen körperähnliche Einflüsse realistisch simulieren, beispielsweise durch ein Medienbad oder durchflutete Schlauchmodelle.
- Mechanische und manuelle Einflüsse, die nicht dem klinischen Einsatz entsprechen, müssen vermieden werden.
- Die Zuführung des Katheters oder Führungsdrahts muss ohne Beschädigung durch die Greifmechanik erfolgen.
Modular: Prüfaufbau flexibel und reproduzierbar gestalten
Unterschiedliche Katheter, Führungsdrähte und Einsatzbereiche erfordern angepasste Prüfaufbauten. Je nach Anwendung verändert sich nicht nur der Versuchsaufbau, sondern auch der Prüfablauf selbst. Ein starres Prüfsystem kann das nur unzureichend abbilden.
Mit einem modularen Aufbau kann der Simulated Use wesentlich besser realisiert und die Prüfaufbauten gezielt angepasst werden, beispielsweise auch durch konfigurierbare Prüfschritte (Feed-Sektionen). Diese Flexibilität darf aber nicht zu Lasten der Reproduzierbarkeit gehen: Wird ein Anwendungsszenario später wiederholt, muss der Prüfaufbau identisch wiederhergestellt werden können – nur so bleiben Ergebnisse vergleichbar, auch über verschiedene Tests, Chargen oder Zeiträume hinweg.
Worauf es in der Praxis ankommt:
- Der Prüfaufbau muss exakt an das klinische Szenario angepasst werden können und benötigt die dafür notwendigen Geometrien, Zuführungswege und Medienbedingungen.
- Umbauten müssen schnell und strukturiert möglich sein.
- Der Prüfraum muss ausreichend groß sein, um auch das Handling größerer Modelle zu ermöglichen oder mehrere Modelle parallel zu testen.
- Der Aufbau muss eindeutig definierbar und wiederherstellbar sein, z. B. über klar positionierbare Komponenten.
- Prüfsequenzen sollen individuell konfigurierbar und an unterschiedliche Anforderungen anpassbar sein.
- Prüfsoftware sollte Setups und Abläufe speichern und wieder abrufbar machen, um Zeit zu sparen und Abweichungen zu vermeiden.
- Eine gute Zugänglichkeit sowie ergonomische Anpassbarkeit erleichtern wiederkehrende Arbeiten und reduzieren Bedienereinflüsse.
Präzise: Messung ohne Fremdeinflüsse
Entscheidend ist, dass nur die Kräfte gemessen werden, die das Verhalten des Katheters oder Führungsdrahts widerspiegeln. Alle anderen Einflüsse, die die Ergebnisse systematisch verfälschen, müssen eliminiert werden. Dazu gehören mechanische Einflüsse, Bedienereinflüsse sowie Umgebungsbedingungen.
Worauf es in der Praxis ankommt:
- Reibungseinflüsse durch Eigengewicht, Führung oder Medienkontakt müssen konsequent reduziert oder kompensiert werden, siehe auch Reibkraftkompensation.
- Der Prüfling muss sicher und reproduzierbar fixiert sein, ohne zu rutschen oder beschädigt zu werden.
- Eine exakte Zentrierung in der Messachse ist erforderlich, um Fehlbelastungen zu vermeiden.
- Temperatur und Umgebungsbedingungen müssen konstant und definiert gehalten werden.
- Automatisierte und standardisierte Abläufe helfen, Bedienereinflüsse zu minimieren und Prüfbedingungen dauerhaft konstant zu halten.
- Einstellungen wie Klemmkraft, Positionierung und Ablaufparameter müssen jederzeit reproduzierbar abrufbar sein.
Die Durchführung des Versuchs auf Basis der ISO 25539-1/-2 mit ZwickRoell
So läuft die Katheter-Prüfung im Simulated Use nach ISO 25539-1/-2 ab:
In der horizontalen Simulated-Use-Prüfung wird ein Katheter, Führungsdraht oder Einführungssystem durch einen definierten Prüfaufbau geführt, der den späteren klinischen Einsatz nachbildet. Je nach Anforderung erfolgt die Prüfung im Medienbad, in trockener Umgebung oder mit durchflutbaren Schlauchmodellen. Dabei werden Vorschub-, Rückzugs- und Drehbewegungen kombiniert und die dabei wirkenden Kräfte erfasst. Relevante Kennwerte nach ISO 25539-1/-2 sind:
- Trackability (Führbarkeit im Gefäß)
- Pushability (Schiebefähigkeit)
- Torqueability (Übertragung von Drehbewegungen)
- Crossability (Passierbarkeit in Verengungen)
- Withdrawability (Rückziehbarkeit)
Dafür werden einzelne Prüfstrecken definiert, sogenannte Feed-Sektionen, durch die der Katheter oder Führungsdraht nacheinander geführt wird. Für jede Sektion lassen sich individuell die Parameter Weg, Bewegungsrichtung, Zeit, Winkel und Drehrichtung des Twizzles festlegen.
Aussagekräftige Ergebnisse setzen voraus, dass Medium, Temperatur, Führung, Klemmung und Bewegungsprofil zwischen den Prüfungen konsistent bleiben.
Wesentliche Vorteile & Merkmale
Modulares Systemdesign
- horizontaler Prüfrahmen mit herausnehmbaren Montageplatten für flexible und reproduzierbare Positionierung von Modellen (durch Reihen und Spalten mit alphanumerischer Kennzeichnung)
- flexibel adaptierbares Halt- und Führungssystem, optionales Mediumbad und Heizsystem
- salzbeständige Werkstoffe ermöglichen Tests unter Bedingungen, die denen im menschlichen Körper ähneln, und zeichnen sich durch eine hohe Haltbarkeit aus
- über Software individuell konfigurierbare Feed-Sektionen
- einfache Nachrüstbarkeit für zukünftige Prüfaufgaben
Bewegungsmechanik: Push & Twizzle Greifsystem für gleichzeitige Dreh- und Vorschubbewegung
- bildet den realen Eingriff genau nach
- Greifer-Mechanismus verhindert Zurückrutschen
- stabile Bewegung auch in komplexen Geometrien
- Bewegungsablauf kann in der Prüfsoftware live nachvollzogen werden
Reibkraftkompensation durch innovative Halte- und Zuführeinheit
- kompensiert Einflüsse durch Eigengewicht und Reibung verhindert Verfälschung der Messwerte
- ermöglicht reproduzierbare und vergleichbare Ergebnisse
- gute Zugänglichkeit und einfach Bedienung
Klemmung und Führung
- sichere, rutschfeste Fixierung
- beschädigungsfreie Klemmung
- automatische Zentrierung für korrekte Zuführung des Prüflings
- definierte und reproduzierbare Führung
- einstellbare Klemmkräfte für unterschiedliche Durchmesser
- höhenverstellbare Probenzuführung
Ergonomie und Hygiene
- elektrische Höhenverstellung für ergonomische Arbeiten
- das gesamte System ist mobil durch lenkbare Rollen
- einfache Reinigung des Systems
- herausnehmbare, korrosionsgeschützte Montageplatten
Was zusätzlich den Unterschied macht
- Sind verschiedene Bediener im Einsatz, helfen standardisierte Abläufe durch die intuitive Software, das reduziert Bedienfehler und Schulungsaufwand.
- nachvollziehbare Dokumentation nach FDA 21 CFR Part 11 über die Software unterstützt Zertifizierungen
- zeitsynchrone Videoaufzeichnungen erhöhen die Transparenz und Nachvollziehbarkeit
Prüfsoftware testXpert - entlastet im Prüfalltag und schafft sichere Ergebnisse
Vordefinierte Prüfprogramme und gespeicherte, samplespezifische Abläufe reduzieren den manuellen Aufwand im Prüfalltag erheblich. Prüfungen lassen sich dadurch schneller starten und gleichzeitig reproduzierbar wiederholen. So werden Prüfprozesse ganz einfach konsistent und nachvollziehbar.
- Schneller Einstieg durch die vorparametrisierte Prüfvorschrift zur Prüfung von Kathetern nach ISO 25539-1/-2.
- Speicherung aller Parameter, Einstellungen in Bewegungsabläufe in samplespezifischen Prüfvorschriften, so sind identische Prüfbedingungen bei wiederkehrenden Tests in kürzester Zeit herstellbar - das spart wertvolle Zeit im Labor.
- Individuell konfigurierbare Prüfstrecken (Feed Sektionen) ermöglichen eine präzise Anpassung an unterschiedliche Prüflinge und Anwendungsszenarien.
- Automatisierte Abläufe reduzieren den Bedienereinfluss und sorgen für gleichbleibend hohe Ergebnisqualität.
- Strukturierte Darstellung und Auswertung der Messergebnisse erleichtern den Vergleich über mehrere Versuche hinweg.
- Unterstützung bei Dokumentation und Nachvollziehbarkeit nach FDA 21 CFR Part 11, zum Beispiel im GMP Umfeld oder für auditierbare Prozesse.
- Zeitsynchrone Videoaufzeichnung auch im Medium ermöglicht eine vollständige Nachverfolgbarkeit des Prüfablaufs.
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- Web-Demos zeigen den Prüfaufbau und typische Abläufe
- konkrete Anwendungsszenarien können diskutiert werden
- individuelle Fragestellungen könne direkt am System geklärt werden
Typische Einsatzbereiche
Der Hauptanwendungsbereich liegt in der Prüfung interventioneller Medizinprodukte unter körperähnlichen Bedingungen, wenn Handling, Kraftübertragung und Verhalten in kliniknahen Szenarien bewertet werden sollen.
- Entwicklung und Optimierung von Kathetern hinsichtlich Führbarkeit, Schiebefähigkeit und Rückziehbarkeit
- Vergleich verschiedener Führungsdrähte in definierten Gefäßgeometrien
- Prüfung von Einführungssystemen für kathetergestützte Herzklappenimplantationen unter körperähnlichen Bedingungen
- Verifikation geänderter Designs bei Temperatur, Medium oder komplexeren Zuführungswegen
- Qualitätssicherung für wiederkehrende Prüfaufgaben mit reproduzierbar konfiguriertem Aufbau
FAQ's rund um die Katheter-Prüfung
Die ISO 25539-1/-2 legt Anforderungen an interventionelle Devices wie Katheter (ISO 25539-1)- und Stentsysteme (ISO 25539-2) fest. Dazu gehören neben konstruktiven und sicherheitstechnischen Vorgaben auch Prüfverfahren unter möglichst realitätsnahen Bedingungen. Die Norm schreibt vor, dass hierbei die Vorgaben aus dem Packungsbeileger (IFU) einzuhalten sind.
Ein wichtiger Bestandteil ist der sogenannte Simulated Use: Um das tatsächliche Verhalten des Devices im klinischen Kontext zu bewerten, wurde festgelegt, welche Eigenschaften überprüft werden müssen.
Simulated Use beschreibt Prüfungen im Labor unter Bedingungen, die den realen klinischen Einsatz möglichst genau nachbilden. Dazu gehören definierte Gefäßgeometrien, realistische Umgebungsbedingungen und typische Bewegungsabläufe während eines Eingriffs.
Katheter oder Führungsdrähte werden dabei durch künstliche Gefäßmodelle geführt und denselben Belastungen ausgesetzt wie im praktischen Einsatz. So lässt sich prüfen, wie das System auf Vorschub, Rotation, Reibung und Widerstände reagiert.
Der Vorteil: Nicht nur einzelne Eigenschaften werden isoliert gemessen, sondern das Zusammenspiel aller Einflussgrößen – also genau das Verhalten, das später in der Anwendung entscheidend ist.
Typische Kenngrößen sind:
- Trackability (Führbarkeit) - Messung der benötigten Vorschubkräfte, um ein Device sicher durch ein Gefäßmodell zu führen.
- Pushability (Schiebefähigkeit) – Messung, wie gut Vorschubkräfte auf die Spitze des Devices übertragen werden.
- Crossability (Passierbarkeit) – Kräfte, die auf ein Device wirken, um verengte oder stenotische Gefäßläsionen zu passieren.
- Withdrawability (Rückziehbarkeit) – erforderliche Kräfte, um ein Device kontrolliert zurückzuziehen.
- Torqueability (Drehübertragung) – Messung, wie exakt eine Drehbewegung vom Griffende bis zur Spitze übertragen wird.
Push & Twizzle beschreibt die gleichzeitige Kombination aus Vorschub- (Push) und Drehbewegung (Twizzle). Im klinischen Alltag wird diese Bewegungsform eingesetzt, wenn Katheter durch Gefäßbögen, Verzweigungen und Engstellen navigiert werden müssen.
Im Simulated Use werden diese realen Abläufe im Labor nachgebildet. Dabei zeigt sich, dass nicht das lineare Vorschieben allein entscheidend ist, sondern vor allem das koordinierte Zusammenspiel aus Vorschub und Rotation. Genau hier liegt auch die Herausforderung in der Prüfung: Ohne geeignete Prüfmechanik kann der Prüfling nicht stabil geführt werden, rutscht unkontrolliert zurück und Kräfte werden verfälscht übertragen. Entscheidend ist daher ein Prüfaufbau, der den Katheter gleichzeitig sicher hält, kontrolliert dreht und vorschiebt – und so ein Zurückrutschen zuverlässig verhindert, während realistische Bewegungsabläufe abgebildet werden.
Kliniknahe Testbedingungen entstehen durch die gezielte Nachbildung realer Einsatzsituationen im Prüfaufbau:
- Der Prüfaufbau wird horizontal und in realitätsnaher Größe umgesetzt, um die Körperlage abzubilden.
- Es kommen anwendungsspezifische Gefäßmodelle zum Einsatz, die je nach Anwendung typische Geometrien wie Gefäßbögen, Verzweigungen oder Engstellen enthalten.
- Medien- und Temperaturbedingungen werden definiert eingestellt, beispielsweise durch ein Medienbad oder durchflutete Schlauchmodelle.
- Die Messung wird so ausgelegt, dass ausschließlich klinisch relevante Kräfte erfasst werden. Störeinflüsse durch Reibung, Eigengewicht oder Komponenten des Prüfaufbaus werden gezielt reduziert oder kompensiert.
- Unterschiedliche klinische Szenarien werden durch variierende Bewegungsabläufe abgebildet, etwa Vorschub, Drehung und Rückzug sowie deren Kombination. Dafür lassen sich innerhalb eines Versuchs individuelle Prüfstrecken definieren.
Reibung ist eine relevante Messgröße, da sie das Verhalten des Katheters im Gefäß widerspiegelt. Sie darf daher nicht durch zusätzliche Reibungseinflüsse verfälscht werden, die im Prüfaufbau entstehen, beispielsweise durch Klemm- und Führungseinheiten oder durch das Eigengewicht des Katheters oder Führungsdrahts.
Ziel der Reibkraftkompensation ist es, diese nicht klinikrelevanten Einflüsse gezielt zu reduzieren oder zu kompensieren. So wird sichergestellt, dass ausschließlich die Kräfte gemessen werden, die tatsächlich aus der Interaktion mit dem Gefäßmodell stammen. Nur unter diesen Bedingungen lassen sich reproduzierbare und auf die klinische Anwendung übertragbare Ergebnisse erzielen.
Ein reproduzierbarer Prüfaufbau setzt voraus, dass sowohl der Prüfablauf als auch alle relevanten Einstellungen eindeutig definiert, dokumentiert und jederzeit wieder abrufbar sind. Das gelingt mit ZwickRoell durch folgende Komponenten:
- Prüfvorschriften in der Prüfsoftware testXpert speichern Prüfabläufe abhängig vom Prüfling und können jederzeit identisch wieder aufgerufen und ausgeführt werden.
- Maschinenparameter und Einstellungen werden zusammen mit der Prüfvorschrift gespeichert und ebenfalls automatisch wieder hergestellt.
- Die Montageplatten mit klar gekennzeichneten Reihen und Spalten ermöglichen die exakte Platzierung von Modellen und Komponenten an derselben Position.
- Über integrierte Videoaufzeichnungen kann der Prüfaufbau später visuell überprüft werden, um sicherzustellen, dass der Aufbau mit früheren Tests übereinstimmt.
Nachvollziehbarkeit entsteht, wenn für jede Prüfung klar ist „Wann macht wer, was, warum und wer ist verantwortlich?“ Auch im Nachhinein müssen diese Informationen jederzeit verfügbar sein.
Die Prüfsoftware testXpert unterstützt diese Transparenz, indem alle relevanten Parameter, Abläufe und Messergebnisse systematisch erfasst und eindeutig zugeordnet werden. Ergänzend ermöglichen zeitsynchrone Videoaufzeichnungen über und unter Wasser eine visuelle Dokumentation des gesamten Prüfprozesses. So kann jeder Schritt im zeitlichen Zusammenhang mit den Messdaten nachvollzogen werden.
Speziell für die pharmazeutische und medizintechnische Industrie wird diese Nachvollziehbarkeit durch die Software-Option „Nachvollziehbarkeit“ umgesetzt, die auf Anforderungen wie FDA 21 CFR Part 11 ausgelegt ist. Dadurch lassen sich Prüfprozesse nicht nur intern transparent darstellen, sondern auch für Audits und regulatorische Anforderungen zuverlässig dokumentieren.
Downloads
- Branchenbroschüre: Medizintechnik PDF 6 MB
- Produktinformation: horizontale Prüfmaschine (Simulated Use) PDF 519 KB
- Produktinformation: Nachvollziehbare und sichere Prüfergebnisse FDA 21 CFR Part 11 PDF 1 MB
- Produktinformation: Qualifizierung von ZwickRoell Prüfsystemen PDF 1 MB
